Zwei mal in der Woche fährt von Battambang eine Eisenbahn nach Phnom-Phen, der Hauptstadt Kambodschas.
Baguettebrote werden verkauft - ein Erbe aus der der französischen Kolonialzeit.
Die Abfahrt beginnt früh am Morgen.


Sehr langsam, schaukelnd und ächzend bewegt sich die alte Bahn über schiefen Gleise
Je nach Jahreszeit bestimmen grüne Reisfelder oder braune und schwarze Stoppelfelder das Landschaftsbild.



Bahnstation.




Während der Fahrt und an den Bahnhöfen werden Dosen-Getränke und lokale Snacks verkauft.


Es heißt, dass der Reisbau, mit seinen komplexen Bewässerungssystem, eine Gesellschaft geprägt hat, bei der jeder auf den anderen angewiesen ist. So soll das Wassersystem das hierarchische Gesellschaftssystem wiederspiegeln.
Ich bin vom Zugdach wieder heruntergeklettert, als Jugendliche begonnen haben, für die Kamera Faxen zu machen.
Übrigens ist es in den Bahnhofsbereichen besser nicht am Dach aufrecht zu stehen, da manchmal Drähte über die Gleise gespannt sind.
Zwischenstopp bei einer Stadt an der Bahnstrecke

Umstieg auf einen Norry
Eine Bambusmatte auf Rädern - wie auf einem fliegenden Teppich.
Auf Bodennähe und gefühlt ist sie viel schneller als der behäbig knirschende und ächzende Zug.
Da die Strecke eingleisig ist, gilt irgendein Vorangsregelsystem bei entgegenkommenden Trollyes.
Es wird dann abgeladen, die Bambusmatte abgehoben und die zwei Radachsen werden von den Gleisen entfernt.
Hier ist übrigens der Keilriemen gut sichtbar, der die Radachse mit einem Motor verbindet. Auch gebremst wird über den Motor. Da das Land flach wie ein Pfannkuchen ist, scheint das auszureichen.
Das Reisegefühl hat etwas von verwegener Freiheit.


Die Strecke ist völlig gerade und flach. Die Kuh ist schon von weitem sichtbar. nur leicht wird abgebremst und sie geht gemächlich und rechtzeitig vom Gleis.
Backshot
Stopp wegen eines Gegenverkehrs
Etwas abseits steht ein Uniformierter, der die korrekte Abwicklung zu überwachen scheint.


Gegenverkehr








Warnung vor Minen. Im Vorbeifahren haben wir einen Entminungsteam bei der Arbeit gesehen, das eine Warnflagge gleich neben der Strasse und unter einem Haus aus Stelzen absteckte.

An diesem Bahnof ist noch die Wasserabfüllanlage für die Dampflokomotiven zu sehen. In Kambodscha wüteten in den 50er bis in die 90er grausame Bürgerkriege (Unabhängigkeit von der Kolonialmacht Frankreich, Vietnamkrieg, Roten Khmer). Fronten gingen durch Familien und Millionen Menschen wurden ermordet. Von den Narben ist nichts unmittelbar sichtbar. Infrastruktur und die Autos sind neu oder aus der französischen Kolonialzeit. Manchmal haben uns ältere Menschen versucht auf französich anzusprechen um mit uns ein wenig zu plaudern. Als Reisender blieben wir an der Oberfläche und flogen leicht wie auf einen Bambus-Teppich über das Land.
Die Eisenbahnstrecke wird inzwischen mit Geldern der Asiatischen Entwicklungsbank erneuert und soll Vietnam mit Thailand Verbinden. Die Bahn-Nahversorgung per Norry-Betrieb ist angeblich inzwischen Verboten worden.
Die Fotos wurden auf analogem Material belichtet und aufgrund der Postversandbestimmung in Vietnam entwickelt. Die Reihenfolge wurde beibehalten, keine Ausschnitte genommen und nicht retuschiert.
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